Designmonat Graz 2018

Wie viel Toleranz braucht Design? Dieser Frage stellt sich der Designmonat Graz ab 5. Mai. Zum 10. Mal in Folge verwandelt das Festival die Stadt in eine urbane Designzone und macht die UNESCO City of Design Graz zu einem Hotspot mit internationaler Strahlkraft.

Gutes Design liegt ja angeblich im Auge des Betrachters. Oder in den Händen des Benutzers. Denn was ist gutes Design? Schön, funktionell, praktisch oder innovativ? Auf jeden Fall aber weicht es von Altbekanntem ab und stellt die Gesellschaft vor eine Herausforderung. Um Entwicklungen voranzutreiben ist Toleranz gegenüber abweichenden Ansichten und Aktivitäten notwendig. Toleranz gegenüber Design eben. Diese Toleranz stellt den Rahmen für das gestalterische Handeln der Kreativbranche dar, um etwas wahrlich Neues entstehen zu lassen, und diese Toleranz ist auch Programmfokus des 10. Designmonat Graz.

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Leistungsschau und Vernetzung

Seinem Ruf verpflichtet bietet der Designmonat Graz 2018 ein umfangreiches Programm: 121 Einzelveranstaltungen mit 107 Programmpartnern aus allen Designdisziplinen sorgen vom 5. Mai bis 3. Juni für eine lebendige Vernetzung und Möglichkeiten zum internationalen Austausch.

Zum 2. Mal ist das Universalmuseum Joanneum wichtiger Kooperationspartner für den Designmonat Graz.  (Credit: CIS/Podesser)

Zum 2. Mal ist das Universalmuseum Joanneum wichtiger Kooperationspartner für den Designmonat Graz.
(Credit: CIS/Podesser)

Wirtschaftsfaktor Design

„Kreativität und Design sind wesentliche Stärken der steirischen Wirtschaft. Rund 4.350 Unternehmen mit mehr als 15.000 Beschäftigten sind in der Steiermark im Bereich der Kreativwirtschaft tätig. Sie arbeiten mit Unternehmen aus anderen Branchen eng zusammen und sorgen so gemeinsam für ansprechende und innovative heimische Produkte und Dienstleistungen. Der Designmonat Graz ist seit vielen Jahren ein wichtiges Schaufenster, mit dem wir international auf die Leistungskraft von steirischem Design aufmerksam machen“, so Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl.

Bürgermeister Siegfried Nagl: „Der Designmonat Graz präsentiert die UNESCO City of Design Graz als weltoffene Stadt mit hoher Lebensqualität und einer aktiven kreativen Szene. Das Motto des heurigen Festivals – Toleranz – wird auch in der Kreativstadt Graz groß geschrieben. Als Stadt der Menschenrechte bekennen wir uns zum Miteinander, das von Toleranz und Respekt sowie von Vielfalt und Diversität geprägt ist. Design und Kreativität spielen dabei eine wichtige Rolle und gehören zum urbanen Selbstverständnis dazu.“

Der 10. Designmonat Graz ist für Eberhard Schrempf, Geschäftsführer der Creative Industries Styria, Zeitpunkt für einen Rückblick: „Zu Beginn war enorm viel Bewusstseinsarbeit notwendig. Früher mussten wir mühsam erklären, was kreative Arbeit leistet und warum es wichtig ist, sie zu fördern. Heute gibt es ein breites Commitment dazu und auch ein Bewusstsein für die Bedeutung der Kreativwirtschaft.“

Heute können die Früchte der Anstrengungen der Netzwerkgesellschaft CIS geerntet werden: Die steirischen Kreativunternehmen machen 1,6 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr. Jedes 10. Unternehmen kann der Kreativwirtschaft zugerechnet werden. Das wirtschaftliche Umfeld für kreative Leistungen ist in der Steiermark überaus gut. Das erklärt auch das permanente Wachstum der Kreativwirtschaft, die zu einer wichtigen Säule der steirischen Wirtschaft insgesamt geworden ist und ihre Hebelwirkung sowie ihr transformatorisches Potenzial mittlerweile voll entfalten kann.

Das Thema Design ist nicht zuletzt durch die erfolgreiche Bewerbung von Graz als UNESCO City of Design und den Designmonat Graz präsenter geworden – für beide zeichnete und zeichnet die Creative Industries Styria verantwortlich.

Design und Toleranz

Der Programmfokus des Designmonat Graz 20198, Toleranz, wird von der Wanderausstellung „Tolerance Posters“ aufgegriffen, die im öffentlichen Raum in Graz (Albrechtgasse und Schmiedgasse) Poster von etablierten Designerinnen und Designern aus aller Welt zeigt. An jedem Ausstellungsort wird die Sammlung um ein Werk eines heimischen Designers erweitert – in Graz um das von Künstlers und Grafikdesigner Herms Fritz. Die Ausstellung „SELECTED – Out of the Frame“, die als größte Interior- und Produktdesignausstellung in Österreich 80 Exponate aus 17 Nationen präsentiert. Diese werden in die bestehende Schau „Wer bist du? Porträts aus 200 Jahren“ der Neuen Galerie Graz implementiert und gehen mit den Werken spannende Beziehungen ein.

Was macht eine Stadt lebenswert? Die Frage, die ebenfalls mit Toleranz und Design zu tun hat, war Ausgangspunkt für ein EU-Forschungsprojekt mit Beteiligung der FH Joanneum. Was die 11 beteiligten Städte daraus entwickelt und ausprobiert haben, ist in der Ausstellung mit dem Titel „Shaping Human Cities“ im GrazMuseum zu sehen. Mit dem Projekt „Series of Tolerance“ zeigen Schülerinnen und Schüler der Ortweinschule Graz ihre Gestaltungen zum Thema Toleranz (im Foyer der Steiermärkischen Sparkasse) und die „Lecture Days“ der FH Joanneum gehen von der Toleranz einen Schritt weiter – zum Protest. Die Lectures widmen sich unterschiedlichen Aspekten von Design und Protest – mit internationalen Referentinnen und Referenten wie Mirko Illić, der über kraftvolles Design für eindringliche Botschaften spricht, oder Galit Pnina Avinoam aus Israel, die erfolgreiche Beispiele für Umweltproteste vorstellt.

Interaktion und Internationalität

Zum 2. Mal ist das Universalmuseum Joanneum wichtiger Kooperationspartner für den Designmonat Graz. Deutlich wird das nicht nur durch die Ausstellung SELECTED in der Neuen Galerie Graz, sondern auch im Hof des Joanneumsviertels, wo die überdimensionalen, 12 Meter langen Seile „Rope“ jeden zum Mitgestalten einladen.
Ebenfalls im Joanneumsviertel: Die Showcases, die die gute internationale Vernetzung der UNESCO City of Design Graz widerspiegeln. Führend in Sachen Engineering Design und Stadtplanung ist die chinesische Stadt Wuhan, deren Designer die Hälfte aller Weitspannbrücken weltweit entworfen haben. Der Showcase liefert Einblicke in die Design-Kompetenz von Wuhan. Erfolgreiche Produkte aus den UNESCO Cities of Design Mexiko City, Montréal und Graz werden im Rahmen von „World Wide Things“ ebenfalls im Joanneumsviertel präsentiert. Hier entsteht ein neuer Marktplatz der Cities of Design, eine „Hyperloop“, die die Städte verbindet und die Verbreitung von Ideen, Designs und Best Practices ermöglicht. Im Designmonat Graz erfolgt der Roll-Out dieses Projektes, das das internationale Netzwerk als Chance für den wirtschaftlichen Mehrwert und als klaren Marktvorteil etabliert.

City und Region

Von der Grazer Innenstadt, wo sich im Rahmen des Formats „Design in the City“ 34 Shops mit Design-Beiträgen in das Programm des Designmonat Graz einbringen, strahlt das Festival auch in die Steiermark aus. Der Fokusregion Hartberg-Pöllau beweist, welche Kräfte Kreativität und Design auch abseits der Metropolen entfalten können und unter dem Titel „Legacy“ eröffnet das Schloss Hollenegg for Design im Designmonat Graz eine Ausstellung. Und die dritte Design Battle geht bei der Tischlerei Josef Prödl in Kirchberg über die Bühne.

www.designmonat.at